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Nachlese: ArchitekTOUR-Debatte | Print |
Written by Michael Jastram   
Friday, 22 June 2012 05:39

Auch wenn der Fußball seinen Tribut gefordert hat und die Runde mit 65 Teilnehmern vergleichsweise klein war, herrschte dennoch gute Stimmung und vor allem Neugier: Schließlich gab es mit der Debatte diesmal ein neues Format. Auch die Tontechnik der Universität wurde gefordert: Die Techniker der Uni bauten extra ein Mischpult auf, um fünf Mikrofone (vier Sprecher, ein Moderator) zu unterstützen. Da die Debatte als ArchitekTOUR-Podcast veröffentlicht wird, muss die Tonqualität schließlich stimmen. Etwas vereinfacht wurde die Logistik hingegen dadurch, dass es diesmal keine Videoaufzeichnung gab.

Unsere Panelisten an diesem Abend waren Stefan Tilkov, Oliver Linssen, Eberhard Wolff und Falko Riemenschneider. Nach den üblichen Ansagen und Verlosungen begann die Debatte zum Thema "Programmierst Du noch oder modellierst Du schon". Zunächst steckten die Teilnehmer kurz ab, was Modellierung überhaupt ist. Da war sich das Podium recht schnell einig, dass es sich dabei um eine Abstraktion mit Zielsetzung handelt. Daraus entwickelte sich schnell eine Diskussion, welche Zielsetzungen es denn für Modelle überhaupt gibt, und das diese natürlich auch miteinander im Konflikt stehen können.

Es wurden unterschiedliche Modellierungssprachen diskutiert, aber immer wieder tauchten UML und DSLs auf. Doch insbesondere UML wurde, trotz hoher Verbreitung, von allen auch mit etwas Skepsis betrachtet - Skepsis hinsichtlich der vielen Versprechen, die in der Vergangenheit bezüglich UML gemacht wurden. Das UML in der Praxis weit verbreitet ist und auch viel eingesetzt wird, stand außer Frage. Ob der Einsatz von UML in der Praxis jedoch wächst, und ob der Einsatz auch als "Erfolg" bewertet wird, steht auf einem anderen Blatt. Für Gesprächsstoff sorgte auch das Eclipse Modeling Framework (EMF), was als Infrastruktur-Technologie zur Zeit recht erfolgreich ist.

Mit dem Thema DSLs, die ja typischerweise textuell sind, stellte sich auch die Frage, was die Bedeutung der grafischen Darstellung ist. Auch hier herrschte im Großen und Ganzen Einigkeit: Alle Teilnehmer hielten es für extrem hilfreich, wenn ein Modell eine vom Menschen verständliche textuelle Darstellung hat. Diese kann es zusätzlich zu der Grafischen geben, oder auf diese komplett verzichten - wie es eben bei DSLs oft der Fall ist. Allerdings wurden mehrere vielversprechende Technologien genannt, die die Visualisierung von Text ermöglichen, wie Graffle oder Graffiti.

Auch wenn es hier hauptsächlich um Modellierung für Programmierer ging, ist ein wichtiger Aspekt der Einsatz außerhalb der Programmierung, zum Beispiel zur Kommunikation mit Kunden. In diesem Zusammenhang wurde Geschäftsprozess-Modellierung angesprochen (BPML), die vielfach auch von Fachabteilungen eingesetzt wird.

Und dann gibt es noch die formalen Modelle, zu denen an der Uni Düsseldorf ja auch viel geforscht wird. Die Panelisten waren jedoch alle eher skeptisch, ob und wann diese Praxisrelevanz erlangen werden, jedenfalls im Enterprise-Bereich, der nun mal an diesem Abend vertreten war. Im Bereich der eingebetteten Systeme sieht es durchaus anders aus, sowohl bezüglich Modellierung, als auch bezüglich formaler Modelle.

Zum Schluss wurde Bilanz gezogen: Was kann man Programmierern heute empfehlen? Auch hier herrschte Konsens: Modellierung und Programmieren schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich. Ein guter Entwickler muss die Konzepte der Modellierung verstehen und da, wo sie Sinn machen, einsetzen können. Viel wichtiger in der Praxis ist die Fähigkeit, zu kommunizieren, und das ist einer der wichtigen Einsatzbereiche von Modellen. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn eine berufliche Weiterentwicklung angestrebt wird, sei es als Architekt oder Manager.

Die rheinjug sammelt nach wie vor für die Elterninitiative Kinderkrebsklinik. Bei den letzten drei Veranstaltungen haben wir insgesamt €115,23 gesammelt, und wir werden aufgerundet €120 spenden.

Der Abend klang dann noch gemütlich beim Bier aus, und dank Internet-Streaming konnten auch die Sportbegeisterten den Fortschritt der WM verfolgen.