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Nachlese: Woher kommen Softwarefehler?
Written by Michael Jastram   
Thursday, 19 January 2012 19:50

Professor Zeller hat dem Lehrstuhl für Softwaretechnik und Programmiersprachen einen Besuch abgestattet, und die rheinjug hat ihn dann gleich für einen Vortrag rekrutiert. Das Thema kam gut an - es fanden sich 165 Besucher ein, die sich neue Einsichten rund ums Thema Softwarefehler erhofften.

Neue Einsichten hatte Prof. Zeller einige zu bieten. Ganz allgemein fokussierte er sich auf die drei Themen Diagnose, Erkennen, Vorbeugen.

Um die Problematik deutlich zu machen, wurden erst diverse Probleme vorgestellt - diese variierten vom Kampfjet bis zur einfachen Adressenanwendung. Dort wurde dann im Detail analysiert, wo die Fehlerursache war, und was die Geschichte hinter den einzelnen Problemen war. Damit wurde der Rahmen gesetzt.

Testen ist ein wichtiger Aspekt vom Debuggen. Viel Hilfe können einem Werkzeuge anbieten, die entweder Interaktionen mit der Software aufzeichnen, oder sogar automatisch Tests erzeugen. Ein Beispiel ist Exsyst, ein Werkzeug, dass vollautomatisch und ohne irgendwelche Anforderungen an den Nutzer, GUI-basierte Programme testet. Exsyst wird hoffentlich im Laufe dieses Jahres in der Open Source veröffentlicht. Das Programm soll es bald auch für Webanwendungen unter trywebmate.com geben. Sehr cool!

Nun zum Thema Vorbeugen: Wer macht mehr Fehler, junge oder alte Entwickler? Die Antwort ist alte, das liegt aber daran, dass die jüngeren gar nicht an den schwierigen Code drankommen. Wie nützlich sind Metriken, und welche Rolle spielen Programmiersprachen und Bibliotheken? Aufschlussreich war dabei, dass viele Fehler oft da auftauchen, wo schon viel unternommen wird: Zum Beispiel finden sich in gut getestetem Code mehr Fehler als in schlecht- oder gar nicht getesteten Code. Das liegt aber - wie bei dem Entwicklerbeispiel - oft daran, dass gerade dort, wo es schwierig ist, viel investiert wird. Die Investition lohnt sich (viel Testen == viele Bugs gefunden), aber ändert nichts daran, dass viele Bugs in dem komplizierten Code trotzdem unerkannt bleiben.

Die zahlreichen Fragen bestätigten, dass Prof. Zeller einen Nerv getroffen hast. Das Thema wurde beim anschließenden Bier noch lange weiter diskutiert, und viele Besucher gingen mit neuen Ideen nach Hause.

 
Nächster Vortrag: Enterprise Testing mit Spock (9.2.)
Written by Michael Jastram   
Tuesday, 22 November 2011 17:23

Spock ist ein Groovy-basiertes Testing-Framework für Java und Groovy. Entworfen in der Zukunft, Spock erlaubt es die Tests in einer ausdrucksstarken DSL zu schreiben. Spock verzichtet auf Assertion API, Record-and-Replay Mocking API und konzentriert sich auf das Wesentliche. In dieser Session wird vorgestellt, wie Spock das Testing von Groovy and Java Anwendungen zum Spaß macht.

Sprecher: Dipl.-Inf. Igor Drobiazko ist Softwarearchitekt bei der net mobile AG. Er ist ein Committer und Mitglied des Project Management Committees von Apache Tapestry. Igor verfügt über extensive Erfahrung in Web-Entwicklung, OSGi, Test-Frameworks und JEE-Architekturen. Er hat das erste deutschsprachige Buch über Tapestry 5 geschrieben und arbeitet gerade an einer Übersetzung seines Buches. Igor hält Vorträge auf internationalen Konferenzen und bloggt auf tapestry5.de

Vortrags-Poster
 
Nachlese: Next Generation Web Apps
Written by Michael Jastram   
Sunday, 04 December 2011 13:20

Hinweis: Die beiden Vorträge sind inzwischen bei rheinjug.tv eingestellt (Teil 1, Teil 2)

Der Vortrag von Till Schulte-Coerne und Matthias Weßendorf hat einen Nerv getroffen: Mit 140 Teilnehmern war dies eine sehr gut besuchte Veranstaltung. Der Abend wurde von Westernacher gesponsert, die auf der Suche nach Java-Experten sind. Falls Ihr also Interesse habt, meldet Euch bei Westernacher und erwähnt die rheinjug.

Wir haben dieses Mal auch wieder eine Spendensammlung für die Elterninitiative Kinderkrebsklinik durchgeführt, wobei wir allerdings ein paar Bücher zur Motivation vergeben haben. Matthias Weßendorf hat dann noch ein paar Bücher vom APress-Verlag dazugespendet. Insgesamt kamen also an diesem Abend €192,95 zusammen, die die rheinjug verdoppelt und dann auf €400 aufgerundet hat. Damit haben wir dieses Jahr insgesamt €1255 gespendet. Ganz herzlichen Dank für Eure Großzügigkeit!

Der Abend hatte ein für die rheinjug ungewöhnliches Format, da es sich diesmal um einen Doppelvortrag handelte. Der erste Vortrag wurde von Till Schulte-Coerne gehalten und bestand aus einer Einführung in HTML 5. Insbesondere durch die weite Verbreitung von mobilen Geräten, die kein Flash unterstützen, ist HTML 5 sehr populär geworden. Till stellte die promienten Features wie <canvas> und <video> vor, als auch ein paar der weniger bekannten, wie <time> oder <meter>.

Der zweite Teil wurde dann von Matthias Weßendorf gehalten und baute auf dem ersten Teil auf. Dabei ging es dann insbesondere um WebSockets. Durch die Verschiebung in die Cloud einerseits und mobile Geräte andererseits wird Latency wieder zu einem großen Thema, und die HTML5-basierten Beispiele, die Matthias gezeigt hat, hatten eine beeindruckende Performanz.

Dieser Vortrag war der letzte des Jahres, und bei der After-Party gab es neben Bier (mit und ohne Alkohol) und Softdrinks diesmal auch Glühwein und Spekulatius.

 
Nächster Vortrag: Woher kommen Software-Fehler? (19.1)
Written by Jens Bendisposto   
Thursday, 24 November 2011 13:38

Jeder Programmierer kennt die Situation: Ein Programm läuft nicht so, wie es soll. Ich stelle Techniken vor, die automatisch

  • die Ursachen eines Fehlverhaltens finden - indem wir genau die Aspekte isolieren, die das Zustandekommen eines Fehlers verursachen;
  • Programmfehler finden - indem wir Anwendungen systematisch und vollautomatisch testen; und
  • vorhersagen, wo in Zukunft Fehler auftreten werden - indem wir maschinell lernen, welche Code- und Prozesseigenschaften bisher mit Fehlern korrelierten.

Fallstudien an echten Programmen mit echten Fehlern, von AspectJ über Firefox zu Windows demonstrieren die Praxistauglichkeit der vorgestellten Verfahren.

Andreas Zeller ist Professor für Softwaretechnik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Sein Forschungsgebiet ist die Analyse großer Software-Systeme und deren Fehler; seine Studenten werden von Google, Microsoft, SAP, der DFG und dem Europäischen Forschungsrat (ERC) gefördert. Sein Buch "Why Programs Fail - A Guide to Systematic Debugging" wurde 2006 mit dem Jolt Software Development Productivity Award ausgezeichnet. Zeller ist Fellow der ACM.

Vortrags-Poster